Der alle zwei Jahre stattfindende Berufsfeuerwehrtag ist das Highlight schlechthin für die Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr der Stadt Idar-Oberstein.
In Anlehnung an eine normale 24 Stunden-Schicht einer Berufsfeuerwehr verbringen die Jugendlichen einen Tag und eine Nacht auf der Feuerwache und stellen sich den verschiedenen Einsätzen, die sich Bernhard Rothenberger, Jugendwart der Stadt Idar-Oberstein mit seinen zahlreichen Helfern, lange im Voraus hat einfallen lassen.
An einem Freitagnachmittag traf man sich auf der Wache 1. Hier wurden die insgesamt 42 Nachwuchskräfte in zwei Löschzüge aufgeteilt, die Sitzverteilung in den Fahrzeugen geregelt und die verschiedenen Funktionen wie Gruppenführer, Zugführer und Einsatzleiter festgelegt. Ebenso galt es die Funkeinsatzzentrale, kurz „FEZ“ durch die Jugendlichen zu besetzen. Noch beim Aufbau des Nachtlagers ertönte das erste Mal der Alarmgong und eine Durchsage hallte durch die Lautsprecher der Wache.

„Achtung, Achtung, Alarm für den Löschzug 1, dringende Türöffnung in Göttschied“, meldete das FEZ-Personal. Sofort wurden die Autos besetzt und schon rückte der Löschzug aus.
Keine Viertelstunde später, erneuter Alarm. Dieses Mal für den Löschzug 2. Unklare Rauchentwicklung aus Gebäude beim Deutschen Roten Kreuz in der Schönlautenbach. Als beim Eintreffen der jungen Kameraden dichter Rauch einer Nebelmaschine aus einer Fahrzeughalle des DRK’s strömte und die Lage sich zu einem „Fahrzeugbrand mit Menschenrettung“ änderte, schoss das Adrenalin in die Höhe und jedes Rädchen griff ins andere und so konnte der Einsatz sehr routiniert abgearbeitet werden. Wehrleiter Jörg Riemer und sein Stellvertreter Frank Knapp wohnten der Übung bei und freuten sich über den guten Ausbildungsstand der zukünftigen Feuerwehraktiven.
Zurück auf der Wache gab es eine selbstgemachte Lasagne zur Stärkung und vor der Nachtruhe stand noch etwas Gerätekunde auf dem Programm. „Viel Schlaf bekommt man beim Berufsfeuerwehrtag eigentlich nie“, erzählt uns Johanna Junker. Die junge Feuerwehrfrau, deren halbe Familie zu den Aktiven der Wache 1 zählt hat schon mehrere 24 Stunden-Übungen mitgemacht und weiß, dass die Aufregung und Vorfreude auf den nächsten Einsatz größer sind als die Müdigkeit.
Um kurz nach zehn dann der nächste Alarm. Ein Forstunfall erforderte das Ausrücken von beiden Löschzügen.
Danach kehrte aber doch noch Ruhe ein und bis in die frühen Morgenstunden sollte auch kein Alarm die Jungen und Mädchen aus ihren Feuerwehrträumen reißen.
Um kurz nach halb sechs war die Nacht zu Ende, ein Waldbrand auf dem Gelände des Grubschen MGV musste durch beide Löschzüge bekämpft werden. Um das Szenario noch realistischer zu gestalten wurde Signalrauch eingesetzt. Die glitzernden Sprüh- und Vollstrahle aus mehreren Strahlrohren im goldenen Licht des Sonnenaufgangs sorgten für einen Hauch Feuerwehrromantik.

Dringende Türöffnung

Unklare Rauchentwicklung aus Gebäude

Forstunfall

Waldbrand
Zurück auf der Wache stand ein ausgiebiges Frühstück und nach einer ausreichenden Pause der Frühsport auf dem Programm. Bis zum Ende der 24 Stunden Schicht gab es noch folgende Übungsszenarien abzuarbeiten:
- eine brennende Überdachung,
- Unterstützung Rettungsdienst
- ein piepsender Rauchwarnmelder der letztlich ein Brand einer Industriehalle war und
- ein Gefahrguteinsatz, bei dem es aus einem LKW qualmte, rundeten den Berufsfeuerwehrtag 2024 ab.

Brennende Überdachung

Unterstützung Rettungsdienst

Brand einer Industriehalle

Brand einer Industriehalle

Gefahrguteinsatz
Am Ende konnte man in etwas müde aber vor allem in stolze Gesichter aller Beteiligten blicken. Um den Nachwuchs der Feuerwehr braucht man sich wohl keine allzu großen Sorgen zu machen, solange die Jugendarbeit so toll umgesetzt wird.
Bildergalerie
- © Jugendfeuerwehr I.-O.
- © Jugendfeuerwehr I.-O.
- Raphael Heich, © Raphael Heich
- © Jugendfeuerwehr I.-O.
- Raphael Heich, © Raphael Heich
- © Jugendfeuerwehr I.-O.
- © Jugendfeuerwehr I.-O.
- © Jugendfeuerwehr I.-O.
- Raphael Heich, © Raphael Heich
- Raphael Heich, © Raphael Heich
- © Jugendfeuerwehr I.-O.
Bericht: Christian Schulz
Fotos: Jugendfeuerwehr I.-O.